Menrad Prill | Impfungen
16233
page-template-default,page,page-id-16233,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode-theme-ver-10.0,wpb-js-composer js-comp-ver-4.12,vc_responsive

Impfungen

Gesund um die Welt

Fernreisen ins tropische Ausland, Reisen in Europa, erholsamer und sorgenfreier
Urlaub – ob Trekking, Hotel, Schiffsreisen, Langzeitaufenthalt, „Last- Minute“…

 

Ihre Reise soll zur Freude und Erholung werden!

Wir beraten Sie gerne in allen reisemedizinischen Fragen. Sowohl vor,
als auch nach dem Urlaub bieten wir Ihnen eine individuelle reisemedizinische
Beratung. Speziell auf Ihr Reiseziel abgestimmt besprechen wir Infektionsrisiken,
notwendige Impfungen und andere Vorsorgemaßnahmen, wie z.B. die Durchführung
einer Malariaprophylaxe, sowie die optimale Reiseapotheke.

Gerne unterstützen wir Sie auch vor Reiseantritt bei speziellen Fragen.
Dies umfasst Fragen zu chronischen Erkrankungen (Bluthochdruck,
Blutzuckererkrankung, Asthma etc.) und Fragen zum Verhalten nach stattgehabtem
Herzinfarkt oder Fragen zum Reisen im Alter.

Da es mitunter einige Wochen dauern kann, bis der komplette Impfschutz aufgebaut ist, sollten Sie die reisemedizinische Beratung entsprechend frühzeitig in Anspruch nehmen. Vereinbaren Sie mit uns einen Beratungstermin rechtzeitig 5-6 Wochen vor Reiseantritt.

Wir sind eine staatlich zugelassene Gelbfieberimpfstelle und können somit neben den Standard- und Reiseimpfungen auch diese Impfung durchführen. Bei einer alleinigen Gelbfieberimpfung planen Sie bitte den Termin mindestens 10 Tage vor Reisebeginn.

Um Sie optimal beraten zu können, benötigen wir einige Informationen vorab. Bitte fragen Sie nach unserem Reisefragebogen vor dem Beratungstermin. Wir freuen uns auf Sie.


Unsere Praxis ist Mitglied im CRM travel-Net.

Wir sind eine zugelassene Gelbfieberimpfstelle.

Gelbfieberimpfung (anerkannte Gelbfieberimpfstelle)

Gelbfieber ist eine durch Viren ausgelöste Erkrankung, die bei nicht geimpften Personen schwere, mitunter auch tödliche Krankheitsverläufe verursachen kann. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken der Gattung Aedes.

Die Gelbfieberimpfung wird bei Aufenthalten in Gebieten mit Infektionsrisiko zum Schutz des Reisenden empfohlen. Es besteht aber auch in einigen Ländern eine Impfpflicht als Einreisevoraussetzung. Gelbfieber-Endemiegebiete sind das tropische Afrika und verschiedene Länder Südamerikas.

Die Impfung erfolgt mit einem Lebendimpfstoff als einmalige Impfung. Vier Wochen vor dieser Impfung und vier Wochen danach können keine anderen Lebendimpfungen (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Varizellen) durchgeführt werden. Die Gelbfieberimpfung ist mit allen anderen Totimpfungen ohne zeitliche Intervalle kombinierbar. Es ist auf eine Unverträglichkeit oder Allergie auf im Impfstoff enthaltenes Hühnereiweiß und Antibiotika zu achten. Der Impfschutz der Gelbfieberimpfung setzt nach 10 Tagen ein und besteht dann lebenslang (Review WHO 2014). Die bisherige Regelung, dass eine Gelbfieberimpfung nach 10 Jahren wiederholt werden muss, entfällt somit. Die Impfung darf nur von hierzu ermächtigten Ärzten durchgeführt werden. Wir sind eine von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Gelbfieber-Impfstelle.

Impfungen
Cholera

Schwere Durchfallerkrankung durch Bakterien (Vibrio cholerae). Eine Aufnahme erfolgt durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Eine Impfung empfiehlt sich bei Reisen in endemische/epidemische Gebiete unter einfachen Aufenthalts- bzw. Arbeitsbedingungen. Die Impfung erfolgt mit einem Totimpfstoff als Schluckimpfung.

Erwachsene und Kinder ab 6 Jahre erhalten 2 mal 1 Dosis als Schluckimpfung.
Der Abstand zwischen den Einzeldosen sollte eine 1 Woche, maximal 6 Wochen betragen.
Kinder im Alter von 2 – 6 Jahren erhalten 3 Grundimpfungen im Abstand von 1 – 6 Wochen

Die durch die Impfung entstandenen Antikörper im Darm können auch eine Schutzwirkung gegen E. coli (ETEC), einem häufigen Erreger für Reisedurchfall, vermitteln.

Diphtherie

Außerhalb der westlichen Industrienationen ist die Diphtherie nach wie vor eine weit verbreitete Infektionskrankheit. In vielen tropischen und subtropischen Entwicklungsländern ist mit erhöhter Infektionsgefahr zu rechnen. Das Krankheitsbild ist sehr variabel und reicht von einer lokal beschränkten Form (Nase-, Rachen-, Kehlkopfentzündung) bis hin zu einer schweren Diphtherie mit Schädigung von Leber, Nieren, Nerven und Herzmuskel und Atemlähmung.

Geimpft wird mit einem Totimpfstoff. Empfohlen ist die Impfung für alle Personen mit fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung oder wenn die letzte Impfung der Grundimmunisierung oder die letzte Auffrischung länger als 10 Jahre zurück liegt. Eine Reise in ein Infektionsgebiet sollte bei fehlendem Impfschutz frühestens nach der 2. Impfung angetreten werden.

FSME (Hirnhautentzündung

Die Impfung wirkt gegen die Frühsommer- Meningo – Enzephalitis, eine Gehirn- Gehirnhaut und Rückenmarksentzündung. Diese Viruserkrankung kann durch Zeckenstiche übertragen werden. Die Hauptübertragungszeit der FSME ist zwischen April und November, bei mildem Wetter vereinzelt auch im Winter.  Bei Aufenthalt in Risikogebieten (gemäßigte Zonen Europas und Asiens, in Deutschland z.B. Baden-Württemberg, Bayern, Hessen) wird die Impfung empfohlen. Für Personen die beruflich gefährdet sind, besteht ebenfalls eine Impfempfehlung der STIKO. Zur Grundimmunisierung sind drei Impfungen notwendig. Beginn der Wirksamkeit ist frühestens 14 Tage nach der zweiten Teilimpfung, eine Auffrischungsimpfung wird nach 3-5 Jahren empfohlen. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht in jedem Frühjahr eine aktuelle Karte mit den FSME-Risikogebieten in Deutschland.

Gelbfieber

Eine durch Viren ausgelöste Erkrankung, die bei nicht geimpften Personen schwere, mitunter auch tödliche Krankheitsverläufe verursachen kann. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken der Gattung Aedes. Die Hauptaktivität der Mücken ist in den Tagesstunden. Bis zu einer Höhenlage von 2500m besteht ein Ansteckungsrisiko. 

Die Gelbfieberimpfung wird zum einen bei Aufenthalten in Gebieten mit Infektionsrisiko zum Schutz des Reisenden empfohlen. Zum anderen besteht in einigen Ländern eine Impfpflicht als Einreisevoraussetzung. Gelbfieber-Endemiegebiete sind das tropische Afrika und Südamerika.

Die im allgemeinen gut verträgliche Gelbfieberimpfung erfolgt als Lebendimpfung. Eine einmalige Impfung ist ausreichend, der Impfschutz setzt nach 10 Tagen ein und besteht lebenslang (Review WHO 2014). Im Einzelfall kann eine Auffrischung erforderlich sein, wenn die Erstimpfung zu keiner ausreichenden Immunantwort geführt hat (z.B. Kinder < 2 Jahre, Schwangere, Immunsupprimierte Reisende). 

Vier Wochen vor dieser Impfung und vier Wochen danach können keine anderen Lebendimpfungen (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Varizellen) durchgeführt werden. Die Gelbfieberimpfung ist mit allen anderen Totimpfungen ohne zeitliche Intervalle kombinierbar. Wir sind eine von den Gesundheitsbehörden zugelassenen Gelbfieber-Impfstelle.

NICHT geimpft werden sollten, Kinder unter 6 Monaten, Reisende mit akuten und chronischen Erkrankungen, sowie bei Allergien gegen Impfbestandteile, insbesondere bekannte Hühnereiweißallergie.
Schwangere Reisende und stillende Reisende sollten nur nach sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung geimpft werden, ebenso Reisende mit Immundefekten oder bestehender Immunsuppression.

Humanes Papillomavirus (HPV)

(Gebärmutterhalskrebs  – Mädchen; NEU (!) STIKO Empfehlung auch für Jungen, Krebserkrankungen sind auch im Mund, Rachen, Penis, After möglich)

In Humane Papillomaviren kommen nur beim Menschen vor, befallen Zellen der Haut und Schleimhaut nach Kontakt. Eine Infektion verläuft in der Regel unbemerkt.

Gebärmutterhalskrebs wird sehr häufig durch bestimmte Formen der humanen Papillomaviren verursacht. In mehr als 90% der bösartigen Tumoren ist HPV-DNA nachweisbar. Im Laufe ihres Lebens infizieren sich ca. 90 % der sexuell aktiven Frauen mit HPV. 

Bei Männern werden Krebserkrankung von Penis und After, sowie Mundhöhle und des Rachens mit einer HPV Infektion in Verbindung gebracht.
Deutschland ist eines der ersten europäischen Länder, das die HPV-Impfung nun auch für Jungen empfiehlt. Die STIKO hatte Anfang Juni 2018 in einer kurzen Stellungnahme den Beschluss über die HPV-Impfung für Jungen bekanntgegeben. Mit der jetzt erfolgten Veröffentlichung ist die Empfehlung gültig. Auf dieser Basis entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss innerhalb der nächsten drei Monate, ob die HPV-Impfung von Jungen in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen und somit zur Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen wird.

Die Zweifach-Impfung wird Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Bis im Alter von 17 Jahren kann die Impfung nachgeholt werden (dann insgesamt 3 Impfungen zur Grundimmunisierung). Die Impfserie sollte vor dem Sexualkontakt abgeschlossen sein.

Echte Grippe (Influenza)

Manchmal verläuft auch die echte Grippe harmlos, wie eine normale Erkältung (grippaler Infekt). In 30 bis 50% der Fälle zeigt sich jedoch ein schwerer Verlauf mit plötzlich einsetzendem Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerz, Halsentzündung und allgemeiner Schwäche. Es kann zu Komplikationen wie einer schweren Bronchitis, Lungenentzündungen, Rippfellentzündungen, Nierenentzündungen bis hin zu Todesfällen kommen. 

Helfen Sie uns vorzubeugen – lassen Sie sich impfen. Der aktuelle Impfstoff ist da!

Die Influenza-Impfung schützt nicht gegen den grippalen Infekt, da dieser von anderen Viren ausgelöst wird. Es gibt kein Zusammenhang zwischen der Grippeimpfung und nachfolgenden Infekten (abgesehen von einer möglichen leichten Impfreaktion).

Impfungen gegen Pneumokokken und Grippe bieten doppelten Schutz.

 

Die STIKO empfiehlt eine jährliche Grippe Impfung für alle die ein erhöhtes Risiko haben, besonders schwer zu erkranken:

  • Personen ab 60 Jahre
  • Chronische Kranke in jedem Alter
  • Personen mit beruflicher Exposition, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr) oder bei drohender Epidemie
  • Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel (2. Trimenon), bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon)
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Personen, die mit Risikopersonen leben oder diese betreuen

 

Reisemedizinische Aspekte:

Die oben aufgeführten Personen sollten bei Reisen in der jeweiligen Grippesaison (im Zeitraum Dezember bis März / April Nordhalbkugel sowie im Zeitraum von Mai bis September auf der südlichen Hemisphäre) als auch bei Reisen in Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen prinzipiell geimpft sein. 

Ein erhöhtes Expositionsrisiko besteht z.B. auf Kreuzfahrtschiffen, längeren Bus-, Bahn- oder Flugreisen, in organisierten Touristengruppen, auf Großveranstaltungen sowie speziell für Pilger zum Haddsch. Die Impfung sollte möglichst vor Beginn der „Grippesaison“ auf der betreffenden Hemisphäre erfolgen. Auf der nördlichen Hemisphäre ist dies November-April. Auf der südlichen Mai-Oktober. Es handelt sich um einen Totimpfstoff. Eine Unverträglichkeit bei Hühnereiweißallergie ist zu beachten.

Hepatitis A

Virusinfektion die durch verseuchte Nahrungsmittel z.B. rohe Muscheln, Meerestiere, Eis, Gemüse, Früchte und über Schmierinfektion (Hygienemaßnahmen beachten!) übertragen wird. Das Virus kommt weltweit vor, eine Impfung ist bis kurz vor Reiseantritt möglich und sinnvoll, da eine Impfung innerhalb von 14 Tagen zu einem 95% igen Schutz führt. Die Inkubationszeit einer Hepatitis A beträgt mindestens zwei bis vier Wochen, so ist eine Immunisierung auch bei „Last minute Reisen“ zu erwägen. Für einen langfristigen Schutz wird eine Auffrischimpfung nach 6-12 Monaten empfohlen.

Hepatitis B

Virale Leberentzündung die durch Blut-, Sexualkontakte und andere Körperflüssigkeiten übertragen werden kann. Im Gegensatz zur Hepatitis A zeigen sich häufig lange und chronische Verläufe. Eine dauerhafte Schädigung der Leber und die Entwicklung bösartiger Lebererkrankungen ist möglich. In Deutschland seit 1995 Standardimpfung im Kindesalter sowie für bestimmte Berufsgruppen (medizinisches Personal). Es werden 3 Impfungen zur Grundimmunisierung benötigt, für „last minute“ Reisende steht ein Schnellimpfschema in Kombination mit Hepatitis A zur Verfügung. In der Regel ist keine Auffrischung mehr erforderlich.

Japanische Enzephalitis

Eine durch nachtaktive Mücken (Culiciden) von Haustieren (Schweine und Vögel) übertragene Virusinfektion, die manchmal zu einer Gehirnhautentzündung führen kann. Vorkommen vor allem in Asien, ländliche Regionen, Monsunzeit. Impfung mit Totimpfstoff. Zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen. Eine Empfehlung besteht vor allem für Reisende in ländliche Gebiete unter einfachen Lebensbedingungen und oder länger andauernde Reisen (> 4 Wochen).

Masern

Gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten des Menschen – auch heute kommt es immer wieder zu Masern Ausbrüchen mit tödlichem Verlauf.
Die Masern-Viren werden durch Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Eine Ansteckung kann etwa 5 Tage vor Auftreten des Hautausschlages und bis etwa 4 Tage danach erfolgen. Schwere Erkrankung mit Fieber, Schnupfen, Husten oder einer Bindehautentzündung sind möglich. Nach einigen Tagen zeigt sich meist ein typischer Hautausschlag. Häufige Komplikationen sind Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen, seltener Durchfälle. In einem von 1.000 bis 5.000 Fällen tritt im weiteren Verlauf der Infektion eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) auf. In einem von 10.000 bis 100.000 Fällen (nach neuen Daten evtl. sogar deutlich häufiger 1 von 3300) tritt die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) auf, eine seltene, tödlich verlaufende Spätfolge. Insgesamt sterben etwa 1 bis 3/1.000 Erkrankte an den Masern. Das Risiko schwerwiegender Komplikationen ist bei Kindern unter 5 Jahren und Erwachsenen über 20 Jahren erhöht.

Bei erhöhter Infektionsgefahr (z.B. Berufe im Gesundheits- und Sozialdienst, Kinderbetreuung, Reisen in Länder mit hohen Prävalenzen oder bei Ausbrüchen) ist ein Immunschutz sicherzustellen. Kinder können in diesem Fall bereits ab dem 9. (nach WHO ab dem 6.) Lebensmonat gegen Masern geimpft werden. Ungeimpfte Erwachsene erhalten mindestens eine einmalige Impfung MMR; das gilt auch für Personen ab Jahrgang 1970 mit unbekanntem oder unvollständigem Immunstatus. Zur Optimierung des Impfschutzes wird eine zweite Impfung im Mindestabstand von 4 Wochen empfohlen (STIKO 2010).

Meningokokken

Weltweit vorkommende Bakterien, die eine Gehirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung mit schwerwiegenden Komplikationen hervorrufen können. Geimpft wird mit einem Totimpfstoff gegen verschiedene Gruppen dieser Bakterien. Es gibt verschiedene Serotypen A,B, C, W135 und Y und somit auch verschiedene Impfstoffe.

In Europa kommen hauptsächlich die Gruppe B und C vor. In Deutschland gehört die Impfung gegen Meningokokken des Typs C zu den Standardimpfungen für Kinder im 2. Lebensjahr. Eine fehlende Impfung soll bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Seit 2013 gibt es einen modernen Proteinimpfstoff gegen den Typ B, der Kleinkinder und Säuglinge schützen soll. Die STIKO (08/2015) empfiehlt die Meningokokken-B-Impfung bislang nur als Indikationsimpfung für gesundheitlich gefährdete Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz (Asplenie, HIV, Hypogammaglobulinämie, Eculizumab Therapie). Eine generelle Impfempfehlung gibt es bislang noch nicht.

Reisemedizinische Aspekte:

Bei Reisen in Risikogebiete wird ein Vierfach-Impfstoff gegen den Typ A, C, W135, und Y empfohlen.

Risikogebiete sind der „Meningitisgürtel“ – Sahelzone in Afrika, südlich der Sahara und nördlich des Äquators. In der Trockenzeit von Dezember bis Juni kommt es regelmäßig zu großen Epidemien, so dass eine Impfung besonders empfohlen ist.

Für andere Gebiete wie die Ostafrikanische Seenplatte (Tansania), Nordafrika, Naher Osten, Saudi Arabien, Asien (Nepal, Delhi) wird eine Impfung dann empfohlen, wenn ein enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu erwarten ist. (Langzeitaufenthalte, landestypische Unterkünfte, öffentliche Verkehrsmittel)

Saudi Arabien verlangt in der Zeit der Pilgereisen nach Mekka und Medina den Nachweis einer Meningokokken Impfung A, C; W135, Y. (Pflichtimpfung – mindestens 10 Tage vor Einreise). Ebenso gibt es in den USA, Großbritannien einige Schulen/Universitäten die eine Pflichtimpfung von Austauschschüler/Studenten verlangen.

Pneumokokken

Schwere Lungenentzündungen mit tödlichen Verläufen. Die Impfung ist empfohlen für Säuglinge und Kleinkinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahr (Kleinkinder sind hauptsächliche Träger und Überträger der Pneumokokken), sowie als Standardimpfung für Personen über 60 Jahre ähnlich der Empfehlung einer Grippeimpfung.

Ab 60 Jahren wird unser Immunsystem unabhängig von der körperlichen Fitness schwächer und kann Atemwegsinfektionen nicht mehr so gut abwehren. Rauchen, Herzschwäche und Kontakt zu Kleinkindern erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Ab dem Alter von 60 Jahren sollen alle Menschen mit PPSV23 geimpft werden. Nur Patienten, die einen Immundefekt, eine immunsuppressive Therapie oder ein anatomisches oder Fremdkörper-assoziiertes Risiko für eine Pneumokokken-Meningitis haben, sollen sequenziell geimpft werden. 

Ggf. Wiederholungsimpfungen nach 5 Jahren.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Viruserkrankung die zu bleibenden Lähmungen führen kann. Meist erfolgt bereits im Kindesalter eine Grundimmunisierung. Eine routinemäßige Auffrischung nach dem 18 Lebensjahr wird nach erfolgter Grundimmunisierung und einmaliger Auffrischung nicht mehr empfohlen – es sei denn eine Reise in Polio-Endemiegebiete ist geplant oder eine unvollständige Impfung gegen Poliomyelitis ist vorliegend.

Endemieländer laut WHO sind – Nigeria, Afghanistan, Pakistan, Somalia, Nigeria sowie Länder mit importierten Erkrankungsfällen – Äthiopien, Kamerun, Syrien, Irak, Israel, Äquatorial Guinea. (5. Mai 2014)

Personen vor Ausreise aus einem dieser Länder sollten gegen Polio geimpft werden. Dies betrifft Einheimische und Personen, die sich mehr als 4 Wochen in einem dieser Länder aufgehalten haben, sofern ihre letzte Polio-Impfung mehr als 12 Monate zurückliegt.

Pertussis (Keuchhusten)

Wird durch Bakterien verursacht. Der Erreger ist weltweit verbreitet und kann auch von Personen weitergegeben werden, die daran unbemerkt erkranken. 

Im Jahr 2016 wurden dem Robert Koch-Institut deutlich mehr Keuchhustenfälle übermittelt als in den Jahren davor (etwa 22.000 labordiagnostisch bestätigte Fälle in 2016)

In jedem Lebensalter sind harmlose bis schwere, oft langandauernde Krankheitsverläufe möglich. Für junge Säuglinge und Kleinkinder kann Keuchhusten sogar lebensbedrohlich sein,  gefürchtete Komplikationen sind Lungenentzündungen, Krampfanfälle und eine Schädigung des Gehirns.

Für alle Erwachsene wird eine einmalige Keuchhustenimpfung (als Auffrischimpfung oder Erstimpfung) empfohlen.

Für Frauen mit Kinderwunsch, enge Haushaltskontaktpersonen und Betreuer vor der Geburt eines Kindes sowie für Beschäftigte in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen wird die Pertussisimpfung von der STIKO als Indikationsimpfung alle zehn Jahre empfohlen.

Röteln

Impfung meist im Kindesalter. Die STIKO empfiehlt die zweifache Rötelnimpfung für ungeimpfte Frauen im gebärfähigen Alter oder Frauen im gebärfähigen Alter mit unklarem Impfstatus. Frauen im gebärfähigen Alter, die bisher einmalig gegen Röteln geimpft worden sind, sollten eine weitere Impfung gegen Röteln erhalten. Da seit 2012 in Deutschland kein Röteln-Einzelimpfstoff mehr verfügbar ist, ist die Impfung nur noch mit einem Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Kombinationsimpfstoff möglich. Da es sich beim MMR- und Varizellen-Impfstoffe um Lebendimpfstoffe handelt, sollten Patientinnen 1 Monat nach der Impfung nicht schwanger werden und zum Zeitpunkt der Impfung ebenfalls nicht schwanger sein. 

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Ist eine gefürchtete Infektionskrankheit, die zu starken Muskelkrämpfen am ganzen Körper führt. Unbehandelt führt sie durch Atemstillstand und Herzversagen häufig zum Tod. Das Krankheitsbild wird durch den Giftstoff (Toxin) des Bakteriums verursacht. Die Dauerformen (Sporen) der Bakterien sind sehr widerstandsfähig und kommen weltweit hauptsächlich im Erdreich vor. Eine Infektion erfolgt über Kontakt mit dem Erreger an offenen und gedeckten Wunden (auch Bagatellverletzungen). Grundimmunisierung, danach Auffrischimpfung alle 10 Jahre.

Tollwut (Rabies)

Viral verursachte Erkrankung durch infizierten Speichel (Hautkontakt bei nicht intakter Haut) und Bissverletzungen (Füchse, Hunde, Katzen, Schakale, Affen, Fledermäuse). Eine Tollwuterkrankung beginnt meist uncharakteristisch. Das Virus breitet sich entlang der Nervenbahnen bis ins Gehirn fort. Wenn die Erkrankung ausbricht verläuft sie quasi immer tödlich. Es gibt leider keine Behandlung einer Tollwut. Einzig lebensrettende Maßnahme ist eine sofortige Impfung nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier. Die Grundimmunisierung beinhaltet drei Impfungen in den Muskel  (i.m. an Tag 0, Tag 7 und Tag 28) mit einer Schutzdauer von 3-5 Jahren. Ein Beginn des Schutzes ist zwei Wochen nach der dritten Impfung zu erwarten. Laut WHO-Positions­papier vom April 2018 wird zur Präexpositions­prophylaxe eine 2-malige Impfung als ausreichend betrachtet und empfohlen. Auch wird die Gabe in die Haut (intradermal) diskutiert.  Die Fachinformationen der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe Rabipur und Tollwut HDC decken weder die 2-malige Impfung zur vollständigen Präexpositions­prophylaxe noch die i.d. Impfung ab. Die STIKO empfiehlt ein Dosierungs­schema nach Angaben in den Fachin­for­mationen, die drei i.m. Impfstoffdosen an den Tagen 0, 7, 21 (oder 28) vorsehen. 

Typhus

Durch Salmonellen ausgelöste Durchfallerkrankung. Übertragung durch verseuchtes Trinkwasser und Nahrungsmittel (Schalentiere, Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukte). Weltweites Vorkommen, vor allem in Südamerika (Mexiko, Peru), Nord- und Zentral Afrika, Südostasien (Indien, Nepal). Schlechte Hygienebedingungen und fehlende Abwasserbehandlung erhöhen das Risiko. Impfung als Schluckimpfung, 3 Kapseln (Lebendimpfstoff, Schutzdauer 1 Jahr) oder Injektion (Totimpfstoff, Schutzdauer 3 Jahre) möglich. Immunisierung bis 10 Tage vor geplanter Reise möglich.

Windpocken (Varizellen)

Hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem bei Kindern vorkommt und einen juckenden Hautausschlag mit Bläschen verursacht. Bei einer erneuten Infektion oder als endogenes Rezidiv kann es zur Gürtelrose (Herpes zoster) kommen. Eine Schwangerschaft und ein geschwächtes Immunsystem zählen zu Risikofaktoren für einen komplizierten Krankheitsverlauf.

Impfung in der Regel im Alter von 11-14 und 15-23 Monaten, meist in Kombination mit Masern, Mumps, Röteln. Bei allen ungeimpften Kindern und Jugendlichen ohne Varizellen-Anamnese sollte die Varizellen-Impfung ebenfalls mit zwei Dosen nachgeholt werden. Der Mindestabstand zwischen zwei Impfungen beträgt 4 bis 6 Wochen. Bei Kindern und Jugendlichen, die bisher nur eine Varizellen-Impfung er halten haben, soll eine zweite Impfung erfolgen.

Herpes Zoster

Die Gürtelrose wird durch das Varizella-zoster-Virus ausgelöst, das bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, die Varizellen (Windpocken) verursacht. Das Windpockenvirus verbleibt ein Leben lang im Körper und kann im Rahmen einer Virusreaktivierung als Zoster wieder auftreten.

Bei älteren Menschen und bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist das Risiko für eine Gürtelrose am höchsten. Es zeigt sich ein schmerzhafter, juckender Hautausschlag auf einer Körperseite, der zwei bis vier Wochen lang bestehen kann. Bei bis zu 30% der an einem Zoster erkrankten Patienten kommt es als Komplikation zur Post-Zoster-Neuralgie (PZN) – den Andauern von Schmerzen über Monate und Jahre nach Abheilen des Ausschlag.

In Deutschland sind zwei unterschiedliche Impfstoffe gegen Herpes Zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen und verfügbar: ein Lebendimpfstoff (Zostavax®) und ein Totimpfstoff mit Wirkverstärker (Shingrix NEU zugelassen)

 

Indikation: 

„Impfstoff zur Vorbeugung Herpes Zoster (Totimpfstoff mit Wirkverstärker) und postherpetischer Neuralgie bei Personen ab 50 Jahren“ lautet die vollständige Indikation.

 

Derzeit gibt es KEINE Empfehlung der STIKO als Standardimpfung. (Stand Juni /2018) . Zur Impfung mit dem Totimpfstoff liegt noch keine abschließende Bewertung durch die STIKO vor. Nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung kann eine Impfung im Einzelfall sinnvoll sein. Da die Impfung derzeit nicht in der aktuellen Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL) aufgeführt ist, und damit keine Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen darstellt, ist die Kostenerstattung vor der Impfung zu klären.